Liste: Welche Betonarten gibt es?

Selbst Baufachleute wissen manchmal gar nicht so genau, wie viele Betone es eigentlich gibt und welche Betonarten auf der weiten Welt so existieren. Das ist auch logisch, listet schon allein der dazu erstellte Wikipedia-Beitrag knapp 40 verschiedene Arten von Beton. Und das ist nur die Liste „gebräuchlicher“ Arten. Dabei kann man den Baustoff aus Zement, Sand, Zusätzen und Wasser nach verschiedenen Systemen einordnen und systematisieren, was die Sache noch ein bisschen schwieriger für Anfänger macht. Jedoch lohnt sich die Einteilung nach Herstellung, Inhalt, Verwendung und Verwendungsort, damit man sich die vielen verschiedenen Versionen einprägen kann.

Welche Betonarten gibt es; wie kann man Beton in Arten und Sorten einteilen? Nicht nur in Schule, Studium und Ausbildung wichtig, sondern auf für Heimwerker bei Projekten in Haus, Garten und DIY-Werkstatt.

Welche Betonarten gibt es; wie kann man Beton in Arten und Sorten einteilen? Nicht nur in Schule, Studium und Ausbildung wichtig, sondern auf für Heimwerker bei Projekten in Haus, Garten und DIY-Werkstatt.

Diese Betonarten gibt es (mindestens)

Beton besteht hauptsächlich aus Zement, Gesteinen (Sand, Kies oder Splitt) sowie Wasser und Zusatzstoffen. Unter anderem letzterer sowie das Mischverhältnis der vorbenannten Bestandteile sorgen für die Schaffung und Bezeichnung unterschiedlicher Arten und Versionen. Auch die Körnung des beigemischten Gesteins kann eine Rolle spielen. Zudem kann man jede Art von Beton ganz schlicht auch in Transportbeton (wird fertig zum Einsatzort transportiert) und Baustellenbeton (wird vor Ort produziert) einteilen. Folgend ein Versuch, noch ein bisschen mehr Ordnung hinein zu bringen.

Beton-Liste nach Einbau und Verfahren

  • Aufbeton: Beton, der zur nachträglichen Aufstockung schon bestehenden Betons genutzt wird
  • Ortbeton: Beton, der vor Ort genutzt, also gegossen wird und nicht in fertigen Teilen angeliefert wird – es kann sich um Transport- sowie um Baustellenbeton gleichermaßen handeln
  • Pumpbeton: Weist nicht nur eine gewisse Viskosität auf, sondern seine Korngröße ist auch abhängig von der einzusetzenden Pumpe
  • Schleuderbeton: Durch Rotation und Zentrifugalkraft verdichteter und geformter Beton; teils mit Wasserzementwert von 0,25 bis 0,30 (Erklärung: im letzten Blog-Eintrag, den Sie ganz unten links durch das Klicken auf den „Previous“-Link erreichen)
  • Spritzbeton: Beton, der durch Rohre oder Schläuche sowie aus einer Spritzdüse gefördert zum Einsatz kommt – wichtig ist dabei nicht nur die gleichmäßige Verteilung, sondern auch die Verdichtung, die sich bei diesem Verfahren ergibt
  • Stampfbeton: Durch Druckstöße verdichteter Beton, der teilweise als Alternative zum bewehrten Beton (Stahlbeton) genutzt wird
  • Unterwasserbeton: Beton, der seinem Namen entsprechend submarin verwendet wird – meist beläuft sich der Mindestgehalt von Zement bei diesem Beton auf 350 kg pro Kubikmeter
  • Vakuumbeton: Beton, dem in einem frühen Stadium durch Saug- und Vakuumverfahren Wasser entzogen wird, sodass eine Verdichtung geschieht und der Beton schon verfrüht weitergenutzt werden kann
  • Walzbeton: Beton mit geringem Zement-Gehalt (um die 180 kg je Kubikmeter) und grober Körnung – der Einsatz erfolgt im Straßenbau und bei der Schaffung von Industrieböden, bei welchen der Baustoff durch Walzen verdichtet wird

Betonarten-Liste nach Inhalt und Eigenschaften

  • Asphaltbeton: enthält Bitumen statt Zement, was ihn dem Straßenbelag ähnlich macht
  • Blauer Beton: Beton mit hohem Zementanteil, hoher Festigkeit und sprödem Charakter – in Kriegszeiten zum Bunker-Bau verwendet
  • Estrichbeton: umgangssprachlicher Name einer Fertigmischung für den Heim- und Bau-Gebrauch (Lesetipp: Was ist der Unterschied zwischen Beton und Estrich?)
  • Faserbeton und Textilbeton: dem Namen entsprechend werden der Betonmischung hier Fasern beigegeben, z. B. Glasfaser, Stahlfaser, Kunststoff- oder Kohlenstofffaser
  • Papierbeton: Beton mit einem hohen Anteil Altpapier, was ihn leichter und flexibler einsetzbarer macht (siehe auch: Beton mit Füllstoffen)
  • Glasschaumbeton: statt mineralischen Stoffen wie Kies oder Splitt kommt hier Glasschaum zum Einsatz
  • Hoch- und ultrafester Beton: weist hohe Druck- und Zugfestigkeit auf; Bestandteile haben eine sehr geringe Korngröße
  • Infraleicht- bzw. Ultraleichtbeton: weist im trockenen Zustand eine Rohdichte von maximal 800 kg pro Kubikmeter auf
  • Konkretbeton: Wortdopplung, da das englische „concrete“ ebenfalls Beton bedeutet; bezeichnet einen Baustoff von schlechter Qualität mit grobem Zusatz wie Splitt oder Schutt
  • LP-Beton: Luftporenbeton enthält als Zusatzmittel sogenannte Luftporenbildner – die entstehenden Bläschen machen den Frischbeton widerstandsfähig gegen Frost
  • Magerbeton: Mischung mit geringem Zementanteil für wenig beanspruchte Elemente im Straßenbau oder Tiefbau
  • Ökobeton: hier wird darauf geachtet, dass die Umweltbelastung bei der Herstellung der Ausgangsstoffe gering ist
  • PC: Polymerbeton (Polymer Concrete) nutzt Kunststoff als Bindemittel; meist für Rinnen und Rohre verwendet
  • RC: Recyclingbeton besteht aus Wasser, Zement, Zusätzen und Bruchbeton statt neuem Gesteinsmaterial
  • Säurebeständiger Beton: bei dieser Art sind die Netze aus Calciumhydroxid unterbrochen, was den Baustoff weniger anfällig gegen Säure macht
  • Selbstreinigender Beton: wird durch Zugabe bestimmter Stoffe oder durch nachträgliche Behandlung erstellt; um Beton nachträglich wasserresistent und selbstreinigend zu machen, nutzen Sie am besten Versiegelungen mit DUALTREAT
  • Selbstverdichterbeton: SBV ist sehr viskos und verdichtet sich ohne Rütteln oder andere mechanische Maßnahmen; im Englischen auch „SCC“ für self-compacting concrete
  • Struktur-, Sicht- und / bzw. Strukturbeton: Beton, der nach Fertigstellung und Verbau sichtbar sein soll (Sichtbeton) – er wird dabei durch Schalung oder andere Formung optisch aufgewertet (Strukturbeton) und / oder mit einer grafischen Gestaltung (Fotobeton) versehen
  • Drän- / Splittbeton: wie der Name schon sagt, so enthält auch diese Art Splitt
  • Stahlbeton: sehr bekannte Art, die eine Bewehrung aus Stahl hat, was die Zugfähigkeit bzw. Tragfähigkeit stark beanspruchter Bauteile und Bauwerke (Brücken) erhöht
  • Lichtbeton: Lichtbeton oder transluzenter Beton enthält lichtleitende Elemente (z. B. Glasfasern), die sogar bei recht dicken Elementen (bis 20 cm) noch eine Lichtleitung sowie das Erkennen von Schatten bzw. Farben der anderen Seite zulässt
  • Waschbeton: bietet beim Straßenbau eine besser greifende Oberfläche und wird sonst eher aus optischen Gründen verwendet; die Kornstruktur der Betonoberfläche wird durch Bestrahlen oder Bürsten mit Wasser freigelegt
  • WU-Beton: Wasserundurchlässiger Beton macht ein Bauelement dank bestimmter Zusätze auch ohne zusätzliche Behandlung wasserresistent; um Beton nachträglich wasserresistent zu machen, nutzen Sie gern unsere Produkte, die Sie unter anderem auf der Startseite finden

Weitere Betonsorten

Je nach Einsatzort und Professionalität der Verarbeitung können Betonarten und -sorten noch auf weitere Weisen kategorisiert und benannt werden. Zum Beispiel spielen verschiedene Kennzahlen und Werte wie der Wasserzementwert oder die Einordnungen in Klassen der Druckfestigkeit, Tragfestigkeit und Zugfestigkeit eine Rolle. Betonarten lassen sich auch vermittels der Rohdichte einteilen oder anderweitig in Sorten ordnen. Einige Übersichten sowie Möglichkeiten zur eigenen Herstellung für die Anwendung in Haus, Garten, DIY- und Heimwerker-Werkstatt haben wir Ihnen bereits in vorangegangenen Blog-Beiträgen aufgezeigt.

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