Swimmingpool für den Garten: Pool selber bauen aus Beton

Gerade im Sommer wünschen sich Hausbesitzer oder Eigentümer eines Gartens nicht selten einen eigenen Swimmingpool. Einen Pool selber bauen kann dabei aber nur, wer nicht mietet oder aber mit der vermietenden Partei über einen Bau übereinkommt. Haben Sie bereits das Go erhalten oder es sich selbst gegeben, dann sind Sie schon gut vorbereitet. Nun gibt es ein paar Einzelheiten zu beachten und das handwerkliche Geschick einzubringen, um Leistungen von Unternehmen sowie deren Kosten einzusparen. Wie Sie Ihren Swimmingpool aus Beton in die Erde bringen, das erfahren Sie im Folgenden.

Einen Pool selber bauen ist mit Beton und Schalsteinen nicht so kompliziert. Hier einige Tipps und eine Anleitung zum Swimmingpool selbst mauern.

Einen Pool selber bauen ist mit Beton und Schalsteinen nicht so kompliziert. Hier einige Tipps und eine Anleitung zum Swimmingpool selbst mauern.

Pool selber bauen aus Beton: So geht’s!

Vor allem, wenn Sie handwerklich begabt sind und selber Beton mischen, Beton gießen und mauern können, dann sollte der Bau eines Pools im Grunde kein Problem darstellen. Zudem ist der Pool-Eigenbau ideal, wenn Sie selber die Form des Wasserbeckens festlegen wollen. So müssen Sie sich nicht mit einfachen Rechtecken, Ovalen oder Kreisen zufriedengeben. 

Planung

Am Anfang steht natürlich die Planung. Wo im Garten soll der Pool gebaut werden? Wie tief soll er sein? Und welche Fläche steht für Breite und Länge zur Verfügung? Sind diese Fragen geklärt, können Sie das Erdreich abtragen, wofür es sich lohnen kann, einen kleinen Bagger zu mieten. Entweder vor oder nach dem Ausheben der Erde sollte zudem das Material sowie die benötigten Geräte und Werkzeuge gekauft, gemietet oder geliehen werden.

Material, Geräte und Werkzeuge

Als erstes gilt es natürlich, die Grundfläche des Pools zu erstellen. Dazu bauen Sie eine Schalung aus Holz und bringen in diese den Beton ein. Wollen Sie sich einen recht großen Pool in den Garten bauen und muss die Bodenplatte daher ordentlich Druck aushalten, sollten Stahlmatten zum Einsatz kommen, sodass die Grundplatte des Schwimmbeckens aus Stahlbeton besteht. Neben Holz, Stahl und Beton benötigen Sie überdies Schalsteine für die Beckenwand und Beton zum Befüllen der Schalsteine. Empfohlen wird C25 Beton.

Swimmingpool bauen: Schritt für Schritt

Je nach Größe und Form Ihres neuen Pools sollten Sie natürlich schauen, dass das umliegende Erdreich für das Bauvorhaben geeignet ist. Auch sollte die Holzverschalung für die Bodenplatte ordentlich geschützt und gegen Bodenfeuchte abgeschottet sein. Lassen Sie die Grundplatte zudem ausreichend lange aushärten (Lesetipp: Wie lange muss Beton aushärten?). Wenn Sie diese Gedanken im Hinterkopf behalten, können Sie diese Schritt-für-Schritt-Liste fürs Pool selber bauen abarbeiten:

  1. Vorbereitung: Abstecken der Fläche im Garten; Einplanen von Filteranlage, Lampen, Leiter, Sprungbrett und weiterem Zubehör / Anbau; Einebnen der umliegenden Fläche für geraden Zugang
  2. Erdreich entfernen: Als nächstes müssen Sie den Boden ausheben; zu beachten sind Stärke der Bodenplatte und nur wenig Überstand der Schalsteine am Rand; Abraum bis zur Fertigstellung des Pools aufheben, da er zum Verfüllen genutzt werden kann
  3. Bodenplatte aus Beton gießen: Die Bodenplatte sollte 20 cm bis 30 cm stark sein; beachten Sie beim Ausheben des Erdreichs an den Seiten genug abzutragen, um die Schalung der zu gießenden Platte zu stabilisieren; nutzen Sie ggf. Stahlmatten zur Schaffung von Stahlbeton
  4. Beton abbinden lassen: Ist der Beton eingefüllt, so muss er nach dem verdichten und abziehen (sollte einigermaßen gerade sein) aushärten; legen Sie Baufolie über, um den Beton gegen Regen und zu schnellem Austrocknen zu schützen
  5. Beckenwand mauern: Hier sind Schalsteine zu empfehlen, die nach dem Mauern mit Beton aufgefüllt werden; bei Verwendung anderer Steine sollten Sie an die Stabilität nach dem Befüllen des Beckens mit Wasser denken – Stabilität durch betongefüllte U-Steine sind hier eine Möglichkeit
  6. Innen und außen verputzen: Verputzen Sie die gemauerten und gefüllten Wände Ihres selbstgebauten Pools innen und außen mit Kalk-Zement-Putz bzw. Kalk-Zement-Mörtel; Schnellputzleisten und und ein Richtscheit helfen beim ebenen Abziehen
  7. Folie an Außenseite anbringen: Eine wasserdichte und starke Folie, die mit Bitumendichtung vor spitzen Steinen oder anderen Einflüssen geschützt ist, sorgt für die Langlebigkeit der Poolwand
  8. Filter, Pumpen, etc. installieren: Auf die Folie werden Zufluss, Abfluss installiert und ggf. die lokalen Anlagen, solange diese nicht andernorts über die Leitungen genutzt werden
  9. Mit Abraum auffüllen: Ist alles verkleidet und installiert, füllen Sie den Raum um den Pool mit Erde auf; nach jeweils rund 30 cm einfüllen sollten Sie die Erde verdichten
  10. Folie und Wasser: Nach dem Reinigen des Innenraums und dem Entfernen von Erde, Steinen, etc. wird die Poolfolie an den Innenseiten des Swimmingpools angebracht; Folienstöße und Kanten verbinden Sie mit einem Heißluft-Schweißgerät – ist alles dicht füllen Sie das Wasser ein
  11. Umgebung anpassen und Spaß haben: Ist der Pool fertig und mit Wasser gefüllt, dann fehlen nur noch ein paar Liegen, Handtücher und kalte Drinks; viel Spaß beim Baden und Schwimmen im eigenen Pool!

Alternativen und Vergleich

Vielleicht können Sie aber keinen Pool selber bauen oder haben nicht das handwerkliche Geschick für den Umgang mit Beton. Dann gibt es zum Pool selber aus Beton gießen und mauern noch einige Alternativen. So können Sie beispielsweise ein Stahlwandbecken aufstellen oder in das Erdreich einlassen, ein Polyesterbecken nutzen oder einen großen, aufblasbaren Ringpool verwenden, um nur temporär sowie ohne Grabungen einen Pool im Garten aufzustellen. Im Winter können Sie ihn zudem in einem großen Raum als Bällebad installieren 😉

Pool

Vorteile

Nachteile

Aufblasbares Ringbecken Günstig, wenig Aufwand, verschiedene Größen zur Auswahl, ideal für ein-zwei Saisons Keine dauerhafte Installation, selten mit Filteranlagen gekoppelt, nicht langlebig
Stahlwandbecken Vergleichsweise günstig, relativ schneller und leichter Aufbau / Einbringung, passende Folie meist inklusive Hinterfüllen und Stützen der Wanne recht aufwändig, ohne Verdichten des Erdreichs wird der Korpus durch Wasserdruck beschädigt
Polyesterbecken Vergleichsweise schnell und einfach installiert, Bauzeit ist sehr kurz Maße und Form sind immer vorgegeben und fix, Transport ist aufwendig und teuer
Selbstgebauter Betonpool Eigene Form kann realisiert werden, durch eigenen Arbeitsaufwand geringe Kosten, Zulauf, Ablauf, etc. können individuell geregelt werden Hoher Zeit- und Arbeitsaufwand, Geschick und Wissen sowie verschiedene Baustoffe und Gerätschaften sind Vorraussetzung 

Fragen und Antworten

Brauche ich eine Baugenehmigung für den Pool?
In vielen Bundesländern von Deutschland erst ab einem Volumen von 100 Kubikmetern.

Wo im Garten soll der Pool hin?
Am besten nach Südosten ausgerichtet, da er somit schnell und lange von der Sonne aufgewärmt wird. Zudem so angelegt, dass Leitungen (Wasser, Strom) nicht zu aufwändig verlegt werden müssen.

Tipps für die Wasserrohe?
Mit leichtem Gefälle zum Pool hin anbringen, damit im Winter kein Wasser darin stehen und gefrieren kann.

Quellen / Inspiration: 1, 2, 3